Aufgaben und Ziele der AEL

Mit der AEL haben Landwirtschaft und Elektrizitätswirtschaft gemeinsam mit vergleichsweise geringem Aufwand ein Kompetenzzentrum geschaffen, das aktuelle Informationen über die rationelle Stromanwendung in der Landwirtschaft zur Verfügung stellt und gleichzeitig die Aufmerksamkeit der agrartechnischen Forschung durch gezielte Förderung auf dieses Thema lenkt.

Der Stromverbrauch der Landwirtschaft liegt, je nach statistischer Abgrenzung, zwischen 1,5 und 3 % des Gesamtstromverbrauchs in Deutschland. Damit ist die Landwirtschaft als Kundengruppe für viele Energieversorger nur von untergeordneter Bedeutung. Umgekehrt liegt der Anteil der Stromkosten an den Gesamtkosten im landwirtschaftlichen Unternehmen - abgesehen von energieintensiven Spezialkulturen - auf ähnlichem Niveau, bei 3 bis 5 %.

Auf beiden Seiten ist daher auch die Kompetenz für das jeweils andere Fachgebiet allgemein relativ gering. Dem stehen die Forderungen nach rationeller Energieanwendung in der Landwirtschaft und die kontinuierliche Suche nach kundennahen Produkten bei der Elektrizitätswirtschaft gegenüber.

Die Arbeitsgemeinschaft für Elektrizitätsanwendung in der Landwirtschaft e.V. AEL wurde am 7. Februar 1964 als gemeinnütziger Verein von den Dachorganisationen der deutschen Landwirtschaft, der Hauptberatungsstelle für Elektrizitätsanwendung und Elektrizitätsversorgungsunternehmen gegründet.Vereinszweck ist damals wie heute, "die Bestrebungen zum sinnvollen Energieeinsatz in Landwirtschaft und Gartenbau durch Elektrizitätsanwendung zu fördern".

Die Forderung nach rationellem Strom- bzw. Energieeinsatz ist insbesondere in der Landwirtschaft aktuell:

  • Zu den wesentlichen Zielen der Landwirtschaft gehört - neben der Produktion von hochwertigen Nahrungsmitteln in jederzeit ausreichender Menge - auch eine möglichst recourcenschonende und nachhaltige Produktion. Die Optimierung des direkten Energieeinsatzes trägt unmittelbar zur Verwirklichung dieser Ziele bei.
  • In landwirtschaftlichen Produktionsverfahren sind Energieeinsatz und Produktqualität häufig eng miteinander verbunden. Eine sinnvolle Optimierung des Energieeinsatzes kann daher nur unter gleichzeitiger Nutzung von energiewirtschaftlicher und produktionstechnischer Kompetenz erfolgen.
  • Der technische Fortschritt, der durch agrartechnische Forschung vorangetrieben wird, muss sich auch auf den Energieeinsatz erstrecken. Hier hier setzt die spezifische Förderung der AEL Impulse.
  • Ein enger Kontakt zwischen Energieversorgern und Landwirtschaft ist Voraussetzung für ein langfristig sicheres, bedarfsorientiertes und rationelles Energieangebot. Darüber hinaus ist die Landwirtschaft als Eigentümer der Fläche Partner der Energiewirtschaft bei der Versorgung mit leitungsgebundenen Energieträgern sowie weiteren leitungsgebundenen Dienstleistungen.
  • Mit ihrer Arbeit und ihrer Struktur liefert die AEL wesentliche Beiträge zur Erfüllung der dargestellten Ansprüche.
  • Die Umsetzung der Forschungsergebnisse in anwenderorientierte Informationsschriften unterstützt in Ausbildung und Lehre bei der Vermittlung energietechnischer Inhalte.
  • Darüber hinaus werden die Themen und Aussagen der AEL über Veranstaltungen wie Messe- und Tagungsbeteiligungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
  • Sowohl die landwirtschaftliche Fachberatung als auch die Servicemitarbeiter der Energieversorgungsunternehmen profitieren vom Zugriff auf die Fachinformationen der AEL.
  • Die Förderung der Forschung durch die AEL erfolgt gezielt in Richtung optimierter Energieanwendung.
  • Die produktionstechnischen Analysen und die Ergebnisse der Forschungsprojekte der AEL können Grundlage für die gezielte Entwicklung neuer, an den Anforderungen der landwirtschaftlichen Kunden orientierter Angebote und Produkte der Energieversorger sein.
  • In den Fachgremien der AEL ist sowohl energiewirtschaftliche (EVU-Mitarbeiter) als auch produktionstechnische (landwirtschaftliche Organisationen) Kompetenz vertreten.
  • Die Einbindung der unterschiedlichen Institutionen der Landwirtschaft und der Elektrizitätswirtschaft in die Fach- und Entscheidungsgremien ermöglicht den direkten Kontakt zwischen Landwirtschaft und Energieversorgern über produktionstechnische Fragen hinaus.
  • Durch die Mitwirkung der AEL in Fachgremien der Landwirtschaft und der Elektrizitätswirtschaft bringt sie im Gegenzug ihre energiewirtschaftliche bzw. landwirtschaftliche Kompetenz in die landwirtschaftlichen bzw. elektrizitätswirtschaftlichen Gremien ein.

Diese Arbeit leistet die AEL mit Unterstützung ihre Mitgliedsorganisationen und -unternehmen für Planer, Berater und Landwirte, die an Informationen zum rationellen Einsatz von elektrischer Energie in Landwirtschaft und Gartenbau interessiert sind. Die Mitgliedschaft in der AEL steht interessierten Organisationen und Interessenvertretungen aus der Landwirtschaft sowie Energieversorgungsunternehmen offen.